Schwesternrezension

Birgit Wilhelmy & Gabriele Schenk: Todesreim - Hachenberg und Reiser ermitteln

 

Inhalt:

Nach über 40 Jahren kehrt Molly Josefine Hazelwood erstmalig wieder in ihren Geburtsort Heiligenburg zurück. Dunkle Wolken und gewaltige Unwetter ziehen über den sonst so beschaulichen Ort hinweg. Da geschieht ein erster Mord. Für die Kommissare Hachenberg und Reiser beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, als kurz darauf ein weiterer unbegreiflicher Mord passiert. Die Ereignisse überstürzen sich. Heiligenburg droht in einem Morast aus Hass, Eifersucht, Habgier und Verzweiflung zu versinken. Mit der ihr eigenen Hartnäckigkeit und Neugier, ganz unter dem besonderen Schutz ihres verstorbenen Gatten Eduard stehend, taucht Molly Hazelwood in diese spannungsgeladene und gefährliche Welt hinab.

Meine Meinung:

Die Inhaltsangabe stammt von amazon.de - ich persönlich hätte sie etwas anders formuliert. Denn das "Versprechen", dass Molly Josefine Hazelwood in diese "spannungsgeladene und gefährliche Welt abtaucht", hat sich aus meiner Sicht nicht zu 100% bewahrheitet.

Ich hätte mir aufgrund der Inhaltsangabe etwas mehr Übersinnliches gewünscht, etwas mehr intuitives Handeln und auch etwas mehr Engagement der sonst so resoluten Molly Jo. Überhaupt tauchte sie nur immer mal wieder kurz auf, was ich sehr schade finde.

Sehr gelungen fand ich u. a. den Disput zwischen Simon Hachenberg und seinem Sohn Julian. Überhaupt erfährt man sehr viel aus der Vergangenheit von Simon und Julian. Wohingegen man bei Reiser lediglich den Spitznamen "Rio" erfährt. Wie er wohl wirklich heißt?

An so vielen Stellen fand man eindeutige Anspielungen auf seinen neckischen Spitznamen, den seine Kollegen ihm gegeben haben, dass man am Ende schon fast enttäuscht ist, nicht seinen richtigen Namen zu kennen. Ob man den in einem der Nachfolger (z. B. Wintergold) erfahren wird? Man weiß es nicht... 

Zu Beginn hatte ich kleinere Anlaufschwierigkeiten, die Namen Annabell (Anna), Charlotte, Theresa und Viktoria zu behalten und auch auseinander zu halten. Es sind halt nicht gerade typische, also alltägliche, Namen und mit zunehmendem Alter wird das mit dem Namenmerken nicht gerade einfacher...

Der Plot an sich ist stimmig, und bis zum Schluss bleibt es spannend, weil man nicht den Hauch einer Ahnung hat, wer hinter dem ganzen Szenario steckt. Vor allem weil so viele Personen ein Motiv haben. Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf und breitet sich wie ein Hochwasser in alle möglichen Richtungen aus und man muss schon etwas aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren.

Leider wird das Ganze bis zum Ende nicht vollständig aufgelöst. So hätte mich schon interessiert, was aus Viktoria und Hoffstedt geworden ist.

Sprachlich gesehen liest sich das Buch am Anfang etwas holprig. Die Sätze klingen etwas gekünstelt, sind ein wenig übertrieben konstruiert. Mit der Zeit wird es aber besser und man kommt ganz gut in die Geschichte rein.

Stellenweise sind die Dialoge dialektgefärbt, was dem ganzen eine gewisse Würze verleiht.

Was nicht unerwähnt bleiben sollte, sind die tollen Illustrationen und die "Todesreime", die von Hannah Lucia Gilhooley und Michael Schenk stammen.

Fazit:

Ein spannender Bergischer Krimi mit zwei sympathischen Ermittlern sorgt für mehrere Stunden gute Unterhaltung